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Krankenversicherung – Krankengeld, so funktioniert’s

Es kann schneller passieren, als man denkt, man erkrankt schwer oder zieht sich einen komplizierten Knochenbruch zu und ist für mehrere Wochen arbeitsunfähig. Der gesetzlich Krankenversicherte bekommt in diesem Fall das volle Gehalt für sechs Wochen von seinem Arbeitgeber bezahlt. Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger, so springt dann die Krankenkasse ein und bezahlt sogenannt4es Krankengeld. Allerdings bezahlt diese ab dem 43. Tag für maximal 78 Wochen dann lediglich 70 Prozent des Bruttoeinkommens, aber maximal 90 Prozent des letzten Nettolohns.

Beispiel:

Jemand verdient 3.500 € brutto und 2.400 € netto im Monat. 70 Prozent vom Brutto sind 2.450 €, während 90 Prozent vom Nettogehalt nur 2.160 € sind. Hier wird dann der niedrigere Wert für die Berechnung verwendet, was 72 € pro Tag ergibt. Von diesem werden dann noch sämtliche Beträge für Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung abgezogen:

  • Rentenversicherung 9,3 Prozent = 6,69 €
  • Arbeitslosenversicherung 1,25 Prozent = 0,90 €
  • Pflegepflichtversicherung (kinderlos) 1,775 Prozent = 1,28 €

Das gezahlte Krankengeld beträgt somit netto täglich 63,13 €

Das normale Nettoeinkommen in diesem Beispiel liegt demgegenüber bei 80 €, pro Tag fehlen dementsprechend 16,87 €. Es liegt somit auf der Hand, dass hier eine erhebliche Versorgungslücke von mehreren Hundert Euro pro Monat auftreten kann – in diesem konkreten Beispiel 506,1 €. Je mehr der Angestellte verdient, umso grösser die Differenz.

Private Krankentagegeldversicherung verschafft Abhilfe

Um diesem finanziellen Engpass im Krankheitsfall vorzusorgen, kann man einen private Krankentagegeldversicherung abschliessen. Für Niedrigverdiener ist dies eventuell nicht sehr interessant, für Gutverdiener ist es allerdings ganz sicher eine gute Idee, insbesondere wenn Schulden abbezahlt werden müssen oder andere hohe und feste Ausgaben pro Monat abgedeckt werden müssen. Ein absolutes Muss sind diese privaten Krankentagegeldversicherungen allerdings für Freiberufler und Selbstständige, denn diese haben ohne diese Zusatzversicherung in den ersten sechs Wochen überhaupt keine Lohnfortzahlung – erst dann setzt die Lohnfortzahlung der gesetzlichen Krankenversicherung ein. Sollten die Selbstständigen privat versichert sein, ist die Sache noch ernster, denn in diesem Fall bekommen sie in der Regel überhaupt kein Krankengeld, auch nicht ab dem 43. Tag.

Verschiedene Anbieter haben unterschiedliche Bedingungen, weshalb man sich vor Abschluss der privaten Krankentagegeldversicherung gründlich informieren sollte.

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